Berufsvorbereitende Einrichtung

Eine schulische Berufsvorbereitungsmaßnahme  in Kooperation mit den anderen öffentlichen Sonderschulen des Landkreises Waldshut

Ziele der BVE

In der BVE sollen die Schülerinnen und Schüler Fähigkeiten erlernen, die es ihnen ermöglichen, eine Helfertätigkeit auf dem Allgemeinen Arbeitsmarkt auszuführen. Darüber hinaus soll die BVE auf das Leben als Erwachsener umfassend vorbereiten. Grundlage für eine solche Tätigkeit und die eigenständige Lebensführung sind die Schlüsselqualifikationen, die in der BVE vermittelt werden:

  • Selbständigkeit
  • Zuverlässigkeit
  • Teamfähigkeit
  • Auffassungsvermögen
  • Ausdauer
  • Flexibilität
  • Organisation
  • Transferfähigkeit
  • Genauigkeit
  • Sorgfalt
  • Gefahrenbewusstsein
  • Motivation
  • Emotionale & körperliche Belastbarkeit

Schüler der BVE

In die BVE können folgende Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden:

  • Schülerinnen und Schüler der Berufsschulstufe der Schule für Geistigbehinderte .
  • Absolventinnen und Absolventen aus Förderschulen, die aufgrund ihrer Behinderung allgemeine schulische und berufliche Bildungsziele trotz besonderer Förderung und Begleitung nicht erreichen können und bereits deshalb dem Personenkreis der besonders betroffenen schwerbehinderten Menschen nach § 72 SGB IX zuzuordnen sind, für die eine andere berufsfördernde Maßnahme wegen dieser Einschränkungen ausgeschlossen ist und bei denen bereits eine wesentliche Behinderung festgestellt wurde oder ohne diese spezielle Maßnahme eine wesentliche Behinderung droht.

Weitere wichtige Voraussetzungen sind:

  • Neun Schulbesuchsjahre
  • hohe Eigenmotivation;
  • eine schulinterne Vorbereitung;
  • ein absolviertes Praktikum auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt;
  • Mobilität im Straßenverkehr (Fahrkarte mit allen Zonen);
  • die Bewertung, dass andere Maßnahmen beruflicher Bildung nicht geeignet sind;
  • Alter in der Regel unter 25 Jahren.

(vgl. Schulversuchsbestimmung gemäß § 22 SchG)

Das Team der BVE entscheidet gemeinsam, wer in die BVE aufgenommen werden kann. Eine mehrtägige/ -wöchige Hospitation ist Voraussetzung zur Aufnahme in die BVE.

Inhalte

Lernen findet in der BVE in drei Bereichen statt:

Praktikum:

Von großer Bedeutung sind berufliche Erfahrungen in Form von Arbeitsprojekten in und außerhalb der BVE sowie Betriebspraktika. Diese dienen dazu, dass die Schüler ihre eigenen Fähigkeiten, Neigungen und Interessen, aber auch ihre Schwächen und Abneigungen erkennen und lernen, diese Erfahrungen zu verarbeiten und zu verbalisieren.

Praktika können in Form von Blockpraktika oder von Tagespraktika organisiert sein. Im Blockpraktikum lernen die BVE- Teilnehmer einen Betrieb als Ganzes kennen, im Tagespraktikum erfahren sie die erforderlichen Tätigkeiten über einen längeren Zeitraum. Die Durchführung orientiert sich an den Interessen, Fähigkeiten und Neigungen der Jugendlichen. Die Praktikumszeiten werden mit den Teilnehmern individuell vereinbart und orientieren sich an den jeweiligen Erfordernissen. Die Praktikanten werden in dieser Zeit von einer Lehrkraft eng betreut und, wenn notwendig, auch praktisch begleitet. Der berufspraktische Schwerpunkt ist im 2. BVE- jahr mit verstärkter Praxistätigkeit gesetzt.

In der Vorbereitung werden Bewerbungsschreiben und ein Lebenslauf erstellt. Vorstellungsgespräche werden oft in Rollenspielen simuliert. Des Weiteren wird am Umgang mit Absagen gearbeitet. Ein wichtiges Thema stellen die Sicherheits-bestimmungen am Arbeitsplatz dar, um die Risiken kennenzulernen und ihnen vorzubeugen. Ein Kurs in Erster Hilfe wird, sofern möglich, in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz durchgeführt.

Im Praktikum sollen die Praktikanten Schlüsselqualifikationen wie Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, Engagement, Ausdauer, Arbeitstempo, Sorgfalt sowie Teamfähigkeit  erlernen und üben. Das ist nur mit intensiver Elternarbeit möglich. Darüber hinaus ist das Praktikum ein Erfahrungsfeld im Umgang mit Beurteilungen und Konflikten, mit Fremd- und Selbstüberprüfung sowie im Erlernen angemessenen Verhaltens.

Die betreuende Lehrkraft wertet das Betriebspraktikum zusammen mit dem Teilnehmer und dem Betrieb aus. In einem standardisierten Auswertungsblatt werden die Bewertung durch den Betrieb und die Selbsteinschätzung des Praktikanten gegenüber gestellt. So wird das Praktikum  unmittelbar im Anschluss gemeinsam mit den Praktikanten reflektiert.

Typische Praktikumsstellen sind bevorzugt Kleinbetriebe wie:

  • Bäckereien
  • Gärtnereien
  • Straßenbau
  • Küche
  • Hotel
  • Autohaus
  • Altenpflegeheime
  • Baugeschäfte

Praktika sollen helfen, offene Fragen zu beantworten aus der Sicht des Schülers:

  • Will ich diese Tätigkeit ausüben?
  • Bin ich dieser Tätigkeit gewachsen?
  • Befriedigt mich diese Tätigkeit?
  • aus der Sicht des Betriebes:
  • Ist die Hilfskraft den Anforderungen gewachsen?
  • Ist die Hilfskraft zuverlässig, loyal, pünktlich, fleißig, motiviert?
  • Ist eine längerfristige Beschäftigung möglich?
  • aus der Sicht des Lehrers
  • Ist er Jugendliche reif für diese Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt?
  • Wo ist der junge Mensch zufriedener: In der WfbM oder auf dem ersten Arbeitsmarkt?

Arbeitsprojekte:

Arbeitsprojekte finden an zwei Tagen in der Woche statt. Sie dienen einerseits  der Vorbereitung auf die  Praktika, andererseits sollen die Schülerinnen und Schüler die Schlüsselqualifikationen erlernen und festigen.

Folgende Arbeitsprojekte wurden bereits durchgeführt:

Renovations-, Maler-, Wald-, Garten- und Reinigungsarbeiten, Catering, Auffüllservice, Wäschedienst, Hausmeistertätigkeiten, Laub- und Schneeräumarbeiten, Autopflege, ...

 

Module

Der Unterricht findet in Form von Modulen statt, die klassenübergreifend in kleinen Gruppen stattfinden. Es gibt folgende Module:

  • Lebensordner
  • Mobilität
  • Ämter und Behörden
  • Umgang mit Geld
  • Wohnen
  • Partnerschaft/Sexualität
  • Umgangsformen
  • Demokratische Grundregeln
  • Freizeitgestaltung
  • Ichfindung – Körperpflege
  • Gesundheit
  • Arbeit
  • Technologie, Arbeitssicherheit u.a.
  • Umgang mit Medien
  •  

    Besuchsdauer

    Die Schülerinnen und Schüler besuchen die BVE in der Regel zwei Jahre. Eine Verlängerung auf drei Jahre ist grundsätzlich möglich; hierüber entscheidet die Schule im Einver-nehmen mit den außerschulischen Partnern und den Erziehungsberechtigten